Das ehemalige Restaurant Frohheim in Berg wird als Asylheim zwischengenutzt.
Für Solidarität in den Gemeinden
Die SP Thurgau ist konsterniert über die Geschehnisse in Berg. Insbesondere die Äusserungen der politischen Gemeinde schockieren: Ein Asylheim mitten im Dorf wird abgelehnt und Geflüchtete werden pauschal verurteilt. Mit der Einreichung einer Petition ist das Thema nun definitiv auch auf kantonaler Ebene angekommen.
Solche Äusserungen greifen den Kern unserer gesellschaftlichen Werte und die Würde der Menschen an. Aussagen wie «Ein Asylheim gehört nicht in die Nähe von Schulen» verurteilen bereits im Vorfeld undifferenziert ganze Menschengruppen, schüren Hass und Hetze. Das ist besonders irritierend, weil in der Liegenschaft vor allem Kinder und ihre Familien untergebracht wurden.
Wie kann ein Miteinander gelingen?
Die Bedürfnisse und Anliegen der Anwohnerinnen und Anwohner müssen ernst genommen werden; dazu gibt es den Austausch und Dialog mit der Bevölkerung. Dennoch müssen alle Gemeinden im Kanton ihrer Pflicht nachkommen und im Verbund mit Bund und Kanton sichere und menschenwürdige Unterkünfte bereitstellen. Andere Gemeinden haben bereits bewiesen, dass ein Miteinander, geprägt von gegenseitigem Respekt, möglich ist. Pauschale Verurteilungen wegen Herkunft verkennen die Komplexität der Herausforderungen und sind kein gangbarer Weg. Integrationspolitik funktioniert nur, wenn Schutzsuchende menschenwürdig und sicher untergebracht werden. Eine Debatte, die Gruppen aufgrund ihrer Herkunft generalisiert oder stigmatisiert, ist nicht zielführend.
Eine Politik, die Würde, Rechtsstaatlichkeit und eine inklusive Gesellschaft in den Mittelpunkt stellt, funktioniert nur, wenn Debatten faktenbasiert, respektvoll und frei von Diskriminierung geführt werden. Die SP Thurgau appelliert an die zuständigen Behörden des Kantons, die Situation zu deeskalieren, eine gute Lösung für alle Beteiligten zu finden und an der Solidarität der Gemeinden untereinander, aber auch im Zusammenhang mit Geflüchteten, festzuhalten.
